Liberalisierung durch Technik

Liberalisierung ist ein Prozess, der weltweit greift und neben anderen Bereichen der Wirtschaft vor allem in der Technik erkennbar zu Veränderungen von Strukturen und Lebensbedingungen führt. Wem sie nützt und welchen Schaden sie verursachen kann, wird nachfolgend erläutert.

Was bedeutet Liberalisierung überhaupt?

Unter Liberalisierung wird die Befreiung des Außenhandels von diversen Beschränkungen verstanden. Hierunter fallen Kontingente und Zölle, aber auch Embargos und weiteres.
Die OECD führte den Begriff 1950 ein, als ihre Mitglieder einen Liberalisierungskodex aufstellten, um innerhalb Europas den Handel von Hemmnissen jeglicher Art schrittweise zu befreien. Dies kommt auch einer Art Freihandelsabkommen zwischen den Staaten gleich. Weltweit hat die 1995 gegründete WTO – Welthandelsorganisation – im Jahr 2013 einen großen Schritt zu einem vereinfachten Welthandel zeischen den Staaten beigetragen.

Industrielle Liberalisierung

Wer profitiert von der Liberalisierung?

Experten zufolge profitieren vorallem Entwicklungsländer vom Abbau diverser bürokratischer Hürden im Welthandel. Zunächst ist das richtig. Sie können ihre Produkte subventioniert und ohne existenzbedrohende Zölle auf dem internationalen Markt handeln. Profitieren tun auch einzelne Konzerne, die in ihren Nischen als Gewinner auf dem Markt hervorgehen und weltweit expandieren können.

Wem schadet die Liberalisierung?

Ein freier internationaler Wettbewerb schadet vorallem einem lokalen oder regionalen Markt. Durch die Globalisierung werden Waren aus der ganzen Welt importiert und sind unter anderem durch fehlende Zölle so günstig, dass es sich trotz enormer Strecken, die sie zurücklegen, immernoch lohnt. Ganze Industrien können in einem Land auf diese Weise zusammenbrechen, weil Waren dort zu teuer in der Produktion wären.

Was bedeutet Liberalisierung im Bereich Technik?

Hier lohnt sich ein Blick auf verschiedene Sektoren. So zeigt sich zum Beispiel bei der Entmonopolisierung im Bereich der Telekommunikation, dass zwar einerseits die Preise für Telefongespräche in den letzten Jahrzehnten stetig gesunken sind, gleichzeitig werden Investitionen der Netzbetreiber nur dort getan, wo sie sich rechnerisch lohnen. Sodass in Deutschland heutzutage ein starkes Stadt-Land-Gefälle herrscht, was die Mobilfunk- und Netzabdeckung angeht.

Liberale Technologie

Und weltweit?

Global betrachtet übt der freie Markt einen solchen Druck auf Konzerne aus, dass am unteren Ende der Kette, meist bei den einfachen Arbeitern zum Beispiel in Bergwerken, die nach Silicium für Handys und andere neueste Technologien graben, lebensbedrohliche Zustände herrschen, sei es durch katastrophale Arbeitsbedingungen oder Löhne, die nicht zum Leben reichen. Ebenso führt die Liberalisierung dazu, dass immer weniger Anbieter die weltweite Nachfrage nach Technologien decken. Genaugenommen kann es daher durchaus sein, dass dem Staat oder einem Konzern selbst mit der Liberalisierung Vorteile blühen, die einfache Bevölkerung leidet jedoch zunehmend darunter. Der globale Markt zwingt vorallem auch zu einer Anpassung der Gesetzgebung.

Mögliche Spätfolgen

Folgen sind daraufhin beispielsweise die Wiedereinführung von Zöllen, wie sie jüngst die USA anstreben, oder gar drohende Kriege um Monopolstellungen bei knappen oder gewinnbringenden Ressourcen. Hunger und Flucht können ebenso daraus resultieren. Aber auch in Europa oder Deutschland sind die Folgen der Liberalisierung in der Technik spürbar. So fallen viele Arbeitsplätze weg, werden durch Automatisierungsprozesse oder Arbeiter in anderen Ländern billig ersetzt. Der Leistungsdruck steigt, ebenso die Angst vor der Übernahme eines Konzerns aus dem Ausland, wie Automobilindustrie und Stahlkonzerne in jüngster Vergangenheit bewiesen.